Die Insulin-Hunger-Falle oder das Schokoladencroissant ist schuld!


Wer kennt das nicht? Beginnt man den Morgen mit einem herrlich leckeren Croissant mit Himbeermarmelade oder noch besser mit einem köstliches Schokoladencroissant, kann es passieren, dass man den ganzen Tag über von Gelüsten und Hungergefühlen geplagt wird.

Fühlt man sich nach dem „Süßen Frühstück“ zunächst voller Energie und guter Laune, fällt man nicht selten bereits vor dem Mittagessen in ein Konzentrationstief verbunden mit Hunger auf Süßigkeiten. Tagträume rund um Süßes und Möglichkeiten der Beschaffung beginnen unser Denken zu bestimmen und lenken uns immer wieder von der Arbeit ab: ein großer Latte Macchiato mit einem Muffin vom Bäcker nebenan oder die kleine „Danke-Schön-Pralinenpackung“ in der untersten Schreibtischschublade, ein Raubzug durch die Teeküche nach einem Schokoriegel, ein kleiner Besuch bei der süßigkeitenaffinen Kollegin oder die ultimative Steigerung „übriggebliebene Kekse im Seminarraum?“

Spätestens dann lohnt es sich,

die Frage zu stellen, woran liegt das eigentlich?

Grund hierfür ist, dass ein „süßes Frühstück“ viele einfache Kohlenhydrate enthält, vor allem Einfachzucker (z.B. Fructose aus den Himbeeren) und Zweifachzucker (z.B. Saccharose = Haushaltszucker in der Marmelade und dem Schokoladencroissant). Nach einer Mahlzeit mit Kohlenhydraten werden diese zu Glucose, dem kleinsten Zuckermolekül, abgebaut, um die Zellen zu versorgen. Dadurch wird der Zuckerspiegel im Blut erhöht. Fructose, Haushaltszucker und leere Weißmehlprodukte werden zügiger in Glucose umgewandelt. Daher steigt nach der Aufnahme der Blutzucker besonders schnell an und fällt auch sehr stark wieder ab.

Wie kommt die Glucose in die Zellen? Der Schlüssel ist das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und als Zuckerregulator in Blut und Körperzellen dient.

Nach dem Genuss des Croissants setzt die Bauchspeicheldrüse das Insulin in die Blutbahn frei. Das Hormon dockt an die Zellrezeptoren an und öffnet sie, damit diese die Glucose (Zucker) aus dem Blut aufnehmen können. Folge: der Zuckerspiegel im Blut sinkt und die Körperzellen werden mit Nährstoffen versorgt.

Ist ausreichend Insulin vorhanden, wird beim Stoffwechsel des Gesunden über das Gehirn ein Sättigungsgefühl gemeldet. Das Insulin wird wieder abgebaut. Der Blutzuckerspiegel fällt ab und das Gehirn erhält erneut ein Hungersignal. Das ist normal und gesund!

Wird jedoch zu schnell und zu viel Insulin ausgeschüttet, wird das Hormon Insulin zum Helfer aller Fettzellen. Steht dem Körper mehr Glucose zur Verfügung als die Zellen aufnehmen können, wird der Zucker in seine Speicherform Glykogen umgewandelt. Durchschnittlich kann der Körper 500 Gramm Glykogen in der Leber und den Muskelzellen speichern. Der Überschuss wird in Körperfett umgebaut und in den Fettzellen eingelagert.

Eine Ernährung mit zu vielen Kohlenhydraten in Form von Einfach- und Zweifachzucker oder eine bereits bestehende Insulinresistenz können zu einer negativen Stoffwechsellage führen. Die grundsätzlichen Regulationsmechanismen werden gestört. Der hohe Insulinspiegel führt in diesem Fall zu einer relativen Unterzuckerung, der Heißhungerattacken auslöst und der Teufelskreislauf beginnt von vorne.

Wie kann man das verhindern und den Tag retten? Damit man während der nächsten Stunden weniger Hungergefühle hat, sollte man komplexe Kohlenhydrate bevorzugen (Vollkornbrot, Gemüse, Kartoffeln, Naturreis oder Hülsenfrüchte) und für eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß sorgen. Dadurch reguliert sich der Blutzuckerspiegel, es wird weniger Insulin ausgeschüttet und der Heißhunger auf Süßes bleibt aus.

Die Lösung könnten ein großes Glas natriumarmes, stilles Mineralwasser und ein vorgezogenes Mittagessen sein, das viel Eiweiß, Ballaststoffe und Vitamine enthält (z.B. Fisch mit Salat und Naturreis).

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